🇩🇪 Montierungen und Zubehör allgemein Weiterführende Infos im Shop: https://www.astroshop.de/montierungen-zubehoer/15_55 im Magazin: https://www.astroshop.de/magazin/beratung-fuer-montierungen/i,1698  Montierungen grundsätzlich Eine  Montierung  ist mindestens so wichtig wie die Teleskop-Optik. Sie sollte groß genug gewählt sein, um das Teleskop schwingungsarm zu tragen. Jede Montierung verfügt über zwei Achsen: Bei  azimutalen Montierungen  wird das Teleskop in Höhe und Horizont (Azimut) bewegt. Bei  parallaktischen Montierungen  hingegen wird eine Achse parallel zur Erdachse ausgerichtet. Für die Astrofotografie mit langen Belichtungszeiten ist das zwingend notwendig. Mit einer Fotomontierung können Sie eine Kamera mit Wechselobjektiven verwenden. Das ist ideal für die Reise! Unter dem Begriff  GoTo versteht man eine Computer-Steuerung. Diese erleichtert das Auffinden des gewünschten Objekts. ( https://www.astroshop.de/montierungen-zubehoer/15_55)   Mit einer  azimutalen Montierung kann ein Teleskop in die Höhe und entlang des Horizonts geschwenkt werden. Dieser Horizontalwinkel wird auch Azimut genannt. Azimutale Montierungen können ganz einfach wie ein Fotostativ aufgebaut sein. Vorteilhaft ist, dass manche azimutalen Montierungen dafür eingerichtet sind, zwei Teleskope gleichzeitig zu befestigen - wie im Bild hier. Ein besonders geniales und gleichzeitig einfaches Beispiel ist die Dobson-Montierung . Man wollte ein möglichst großes Teleskop auf einer Montierung zum günstigen Preis haben. Das ist auch gelungen: Ein Newton-Teleskop sitzt auf einer Holzbox und lässt sich im Azimut (horizontal) und in der Höhe frei bewegen. Die Konstruktion der Box ist ganz einfach: Sie besteht nur aus wenigen Teilen, die man nach dem Ikea-Prinzip zusammenbaut. Für eine einfache Bewegung besitzt das Teleskop bzw. die Box Gleit- und Drehlager. So bringen Sie das Teleskop meist mit nur einem Finger in jede beliebige Position. Parallaktische Montierungen  sind so konstruiert, dass eine Achse parallel zur Erdachse ausgerichtet werden muss. So muss das Teleskop nur noch um diese Achse - Stundenachse genannt - gedreht werden, um die Himmelsrotation auszugleichen. Das ausgewählte Himmelsobjekt bleibt so immer im Okular zentriert. Um die Stundenachse parallel zur Erdachse auszurichten, müssen die Nordrichtung und die geographische Breite des Beobachtungsortes bekannt sein. Verfügt die parallaktische Montierung über einen  Polsucher , kann dazu auch einfach der Polarstern angepeilt werden. Ein besonderer Fall der parallaktischen Montierung ist die Fotomontierung. Das sind sehr leicht zu transportierende Montierungen, auf denen Fotokameras aufgesetzt werden können. Die Fotomontierungen ermöglichen so den Ausgleich der Himmelsrotation, der für langzeitbelichtete Aufnahmen notwendig ist. Es handelt sich also im Grunde um sehr kleine, parallaktische Montierungen für die  himmelsfotografische Anwendung . Die größeren Modelle der Fotomontierung erlauben auch die Verwendung schwerer Foto-Objektive oder kleiner Teleskope. Stative und Säulen allgemein Das  Stativ ist leider ein oft unterschätzter Bestandteil des Teleskop-Systems. Denn wenn das Stativ nicht die erforderliche Stabilität verspricht, macht sich das auch bei der Beobachtung bemerkbar. Durch die Wahl eines hochwertigen Stativs, kann die Leistung des Teleskops und die Freude an der Beobachtung deutlich verbessert werden. Säulen für astronomische Teleskope sorgen für einen sehr stabilen Stand. Sie kommen für Montierungen in Frage, die fest im heimischen Garten, auf dem Balkon oder in der eigenen Sternwarte aufgestellt werden. Das Teleskop kann dadurch dauerhaft aufgestellt bleiben und die Polausrichtung sehr genau durchgeführt werden. Säulen sind entweder dafür ausgelegt, fest mit dem Boden verschraubt zu werden, oder verfügen über eigene Standfüße. Der Übergang zum klassischen Dreibeinstativ ist dabei fließend. Säulenverlängerungen sind keine eigenständigen Stative. Sie werden auch "Halbsäulen" genannt und dienen lediglich dazu, die Montierung höher anzusetzen. Dies kann erforderlich sein, um ein Anschlagen des Teleskops an den Stativbeinen zu verhindern oder eine bequemere Höhe für den Einblick in das Teleskop zu ermöglichen. Teils können Säulenverlängerungen auch auf stabilen Stativen befestigt werden. Weiterführende Infos finden Sie hier im Astroshop-Magazin Übergang von Montierung zu Stativ oder Säule Die Anschlüsse zwischen Teleskop-Stativen und Montierungen haben sich einfach mit der Zeit entwickelt. Festgelegte Standards gibt es nicht, aber immerhin werden ziemlich ähnliche Maße über verschiedene Marken hinweg bei ähnlich gebauten Montierungen verwendet. GP- / EQ5-Anschluss Dieser Anschluss stammt von der Vixen G reat P olaris Montierung und wurde von Skywatcher für deren EQ5-Montierung übernommen.  Auch ähnlich große Montierungen vieler weiterer Marken nutzen die Bauart. Die Maße können aber ein wenig unterschiedlich sein zwischen den Herstellern, ja sogar zwischen unterschiedlichen Chargen desselben Herstellers. Deshalb ist es schwer, allgemein gültige Maße zu nennen. Ein guter Überblick ist hier zu finden (Englisch). Der Anschluss passt meistens für diese Montierungen: Omegon Twinmaster, EQ-500 X, Halbsäule für Kolossus, Skywatcher EQ-3, (H)EQ-5, AZ/EQ-5, Skytee, Bresser und Explore Scientific EXOS-2, Celestron AVX Meade LX85 Vixen GP / GP-DX. Aktuelle Vixen-Montierungen haben einen anderen Anschluss als GP, siehe unten! EQ6-Anschluss Mit der EQ6-Montierung hat Skywatcher die Form beibehalten, aber die Maße etwas geändert, damit die Verbindung zwischen Stativ und Montierung auch für höhere Traglasten geeignet ist. Der EQ6-Anschluss passt meistens für: Skywatcher (AZ-)EQ-6(R), Celestron CGEM. 3/8"-Fotogewinde-Anschluss Vor allem leichtere Montierungen können ein zentrales 3/8"-16 UNC Gewinde haben. Es hat 9,5mm Durchmesser - bitte nicht mit dem M10-Gewinde verwechseln: Die Steigung der Windungen ist unterschiedlich. Wer eine Fotoschraube in ein M10-Gewinde dreht, kann beides leicht beschädigen! Leichte Fotostative eignen sich nicht für Teleskopmontierungen! Damit ein Fotostativ als Teleskopstativ genutzt werden kann, muss es: Für deutlich mehr Traglast ausgelegt sein als darauf befestigt wird. Denn ein Teleskop hat viel mehr Hebelwirkung als eine Kamera und muss genauer ausgerichtet werden.  Genügend Auflagefläche vorhanden sein - wir empfehlen mindestens 8cm Durchmesser. Moderne "Strainwave"-Montierungen haben oft ein 3/8" Gewinde. Zusätzlich sind sie aber fast immer noch mit anderen Schrauben oder Klemmungen mit den dezidierten Stativen verbunden. Daher prüfen Sie die Verbindungen immer sehr sorgfältig, wenn Sie Geräte kombinieren. Vor allem muss die Montierung dagegen gesichert sein, dass sie sich auf dem Stativ lose dreht. Das passiert leicht, wenn das Teleskop von Hand gedreht wird oder man versehentlich dran stößt. Hersteller- und gerätespezifische Anschlüsse Gerade besonders tragfähige Montierungen sind fast immer mit proprietären Stativanschlüssen ausgestattet. Es gibt aber Adapter für die gängigeren Montierungen und Stative.  Stative und Montierungen derselben Marke müssen nicht zueinander passen! Der Grund ist, dass Montierungen für schwerere Lasten einen viel stabileren Anschluss benötigen - der bei einer kleinen Montierung überdimensioniert wäre. Polausrichtung = Einnorden einer parallaktischen Montierung Eine parallaktische (auch "äquatoriale") Montierung hat eine Drehachse, die parallel zur Erdachse eingestellt wird. Auch kleine Fotomontierungen gehören zu diesem Typ. Man kann diese sog. "Rektaszensionsachse" nicht ausreichend genau per Hand ausrichten. Deshalb ist eine kleine Prozedur nötig. Wir empfehlen als Vorgehen zur Polausrichtung: Mach dich mit den Schrauben vertraut, die für die Ausrichtung da sind. Sie gehören zur sog. "Polhöhenwiege". Bei Fotomontierungen ist das oft ein separates Teil, bei Teleskopmontierungen ist die Wiege unten an der Montierung fest angebaut. Für die horizontale Drehung (Azimut) gibt es meistens zwei gegenüberliegende Schrauben, bei denen du gleichzeitig eine lockerer und die andere fester drehen musst. Für die Neigung (Altitude) können es zwei oder eine Schraube sein. Zusätzlich gibt es da oft noch eine Klemmschraube, die du vor der Einstellung öffnest und danach vorsichtig klemmst. Grob kannst du die Achse mit einem Kompass und mit Hilfe der geographischen Breite deines Standorts ausrichten. Die Neigung zwischen Horizont und Achse entspricht dem Breitengrad. Für Astrofotos brauchst du aber etwas mehr Genauigkeit. Deshalb nutze ein Polsucherfernrohr, einen Laser (oder eine Ausrichtmethode per Software. In Astrofoto-Programmen heißt diese Funktion Polar Alignment . Sie läuft meistens Schritt für Schritt, wir können hier leider keine allgemeine Anleitung dafür liefern.) Die Methode mit Polsucher läuft so: Fotografierst du mit bis zu 50mm Brennweite, dann reicht es meist aus, wenn die Rektaszensionsachse direkt auf den Polarstern zeigt. Blicke durch den Polsucher und drehe an den Einstellschrauben, bis das Fadenkreuz den Polarstern verdeckt. Für höhere Genauigkeit ist wichtig, dass der Polarstern nicht genau am Himmelsnordpol steht. Deswegen hat dein Polsucherfernrohr eine Kreis-Skala. Nutze am besten eine App (such nach "Polar Finder") oder einen Onlinedienst (z.B. https://takahashi-europe.com/support/polaris-finder/ ), die genau anzeigen, in welcher Richtung der Polarstern auf dieser Skala stehen muss. Beachte: die Polsucher-Fernrohre drehen das Bild um 180°! (bei Takahashis Polaris Finder ist das schon berücksichtigt).