🇩🇪 FlexiSpeed Guidescopes
- Einführung und grundlegende Eigenschaften
- Guiding-Hilfsmittel
- Vorbereitung
- Scharfstellen und Anschluss von (Guiding-)Kameras
- Taubeschlag vermeiden
- Sicherheitshinweis
- Copyright/Impressum
Einführung und grundlegende Eigenschaften
Eine gute Wahl! Viel Vergnügen mit Ihrem neuen Omegon-Guidescope.
Die Objektive der Guidescopes FS-200/FS-250 sind als zweiteilige, verkittete achromatische Einheit mit Mehrschichtvergütung zur Verbesserung der Lichtdurchlässigkeit ausgeführt. Der Tubus besteht aus einer Aluminiumlegierung und ist CNC-gefräst, um Stabilität und ein ansprechendes Design zu gewährleisten. Die technischen Daten lauten:
Artikelnummer | Brennweite | Öffnung | Öffnungsverhältnis | Objektivgewinde | Tubus Länge x Durchmesser | Höhe x Breite Okularauszug | Verstellweg | Anschlüsse Okularauszug |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
86594, 86816 | 200mm | 45mm | f/4.5 | M48x0.75 | 210mm x 50.8mm | 78.2mm x 67 mm | 35mm | 1.25” Steckdurchmesser + M42x0.75 (T2) Außengewinde |
86595, 86817 | 250mm | 45mm | f/5.6 | 260mm x 50.8mm | 35mm |
In der Version mit Ringen (Produkt-ID oben kursiv) wird das FlexiSpeed-Guidescope zusammen mit Guidescope-Ringen 60 mm geliefert. Hinweise zu deren Verwendung finden Sie in der separaten Anleitung.
Guiding-Hilfsmittel
Motorisierte astronomische Montierungen führen das Teleskop der Himmelsrotation nach. So bleibt das Teleskop über Stunden auf ein eingestelltes Objekt ausgerichtet. Damit dies funktioniert muss die Montierung präzise aufgestellt werden. So muss beispielsweise die Stundenachse einer parallaktischen Montierung möglichst genau zum Himmelspol weisen.
In der Astrofotografie reicht es aber nicht aus, die Montierung möglichst genau aufzustellen. Abhängig von der Belichtungszeit machen sich mechanische Ungenauigkeiten der Montierung bemerkbar. Sie wirken sich umso stärker aus, je länger man belichten will. Der Lauf der Montierung muss ständig überwacht und korrigiert werden. Dafür benötigt man Guiding-Hilfsmittel wie ein Guidescope mit Leitrohrschellen oder einen Off-Axis-Guider.
Erfolgt die Korrektur der Montierung automatisch, spricht man von Autoguiding. Hierfür benötigt man eine Kamera, mit der über einen Rechner ständig Steuerimpulse an die Montierung geschickt werden. Geeignete Kameras finden Sie hier in der Kategorie Astro-Kameras.
Damit eine astronomische Montierung präzise auf ein eingestelltes Objekt ausgerichtet bleibt, muss die Nachführung kontrolliert werden. Diese Kontrolle kann über ein kleines Fernrohr erfolgen, das parallel zum Teleskop montiert wird. Dieses Fernrohr wird Guidescope oder auch Leitrohr genannt.
Im Unterschied zu einem normalen Sucherfernrohr erlauben Guidescopes den Anschluss einer Kamera. Damit wird das Autoguiding genannte Verfahren der Nachführkontrolle möglich. Guidescopes können auch als Sucherfernrohre verwendet werden. Das dafür benötigte Okular ist aber meist nicht im Lieferumfang enthalten.
Der Fokus liegt bei Guidescopes meistens so, dass Kameras mit einem Auflagemaß von bis zu 2 cm gut verwendet werden können. Das bedeutet für die Verwendung als Sucher, dass es meist nicht möglich ist, noch einen Zenitspiegel oder ein Amiciprisma zwischen Guidescope und Okular zu verwenden.
Guidescopes werden meistens an der Sucherhalterung ("Sucherschuh") des Teleskops befestigt, dabei helfen Guidescope-Ringe.
Vorbereitung
Ändern der Tubuslänge
Möchten Sie das FlexiSpeed-Guidescope als Sucher oder als kleines Spektiv verwenden? Dann müssen Sie ein oder zwei Tubussegmente abschrauben. So können Sie mit einem Zenitspiegel oder einem Amici-Prisma und Okular arbeiten. Die Segmente sind einfach durch ein M48 × 0,75-mm-Gewinde verbunden.
Anbringen von Filtern oder einer Taukappe
Das Objektiv hat ebenfalls ein M48-Gewinde: Sie können Filter einschrauben oder eine M48-Verlängerungshülse als Taukappe verwenden.
Verwendung von Leitrohrringen (Guidescope-Ringe)
Wenn Sie für das Guiding in der Astrofotografie ein Leitrohr (=Guidescope) parallel zu Ihrem Teleskop montieren wollen, sind Leitrohrschellen die einfachste Lösung. Die Leitrohrschellen werden entweder direkt auf die Rohrschellen oder - noch besser - mittels einer Prismenschiene am Hauptinstrument befestigt.
Die Halterungsschrauben von Guidescope-Ringen sollten mit einer Kunststoffspitze versehen sein, damit Ihr Leitrohr nicht zerkratzt.
Gehen Sie folgendermaßen vor, um das Teleskop und das Guidescope parallel zueinander auszurichten:
- Bauen Sie das Teleskop samt Hauptkamera am Tag auf und peilen Sie eine sehr weit entfernte Landmarke an. Das kann eine Turmspitze oder ähnliches sein. Das Ziel sollte mindestens einen Kilometer entfernt sein.
- Stellen Sie die Halterungsschrauben an den Guidescope-Ringen so ein, dass es möglichst symmetrisch aussieht. Drehen Sie die Schrauben handfest an. Schließen Sie die Guidingkamera an.
- Richten Sie das Teleskop auf dieses Ziel aus, schalten Sie die Nachführung aus.
- Vergewissern Sie sich, dass das Ziel im Teleskop eingestellt ist. Tipp: Viele Kamera-Steuerungsprogramme erlauben es, ein Fadenkreuz einzublenden.
- Wechseln Sie vom Livebild der Hauptkamera zum Livebild der Guidingkamera.
- Erst jetzt fangen Sie an, die Schrauben an den Guidescope-Ringen zu bewegen. Wir empfehlen, zuerst nur die Schrauben am vorderen oder hinteren Ring zu verwenden.
- Lösen Sie eine der Schrauben leicht. Mehr als eine halbe Umdrehung sollte es nicht sein, da das Guidescope sonst zu locker werden könnte. Beobachten Sie, ob das Ziel näher zur Mitte kommt.
- Wenn nein, drehen Sie die Schraube wieder zu und wechseln zur nächsten Schraube.
- Wenn ja, ziehen Sie die beiden anderen Schrauben handfest an und wechseln zur nächsten Schraube.
- Machen Sie so lange weiter, bis das Ziel in der Hauptkamera und in der Guidingkamera zentriert ist.
Es ist nicht nötig, dass das Guidescope pedantisch genau ausgerichtet ist. Guiding funktioniert auch noch sehr gut, wenn die Achsen beider Optiken ein wenig voneinander abweichen.
Die beiden Kameras dürfen zueinander verdrehte Bildausschnitte haben. Aber zum Justieren der Guidescope-Achse hilft es sehr, wenn die Bildausschnitte gleich orientiert sind.
Scharfstellen und Anschluss von (Guiding-)Kameras
Die Zahnstangen-Okularauszüge der FlexiSpeed-Guidescopes ermöglichen eine hohe Fokussiergenauigkeit. Eine Skala am Fokussierweg erleichtert das Auffinden und Notieren der Fokusposition.
Die meisten gängigen Nachführkameras lassen sich einfach in den Okularauszug einsetzen. Wir empfehlen, diese bereits tagsüber grob zu fokussieren. Richten Sie dazu das Leitfernrohr auf ein sehr weit entferntes Objekt (mindestens mehrere hundert Meter). Schließen Sie die Kamera an und verbinden Sie sie mit Ihrer Bildbearbeitungssoftware. Fokussieren Sie mithilfe des Live-Videos. Notieren Sie sich die Position des Okularauszugs oder verwenden Sie die Feststellschraube am Okularauszug. Am Abend oder in der Nacht können Sie dann die Feinfokussierung vornehmen. Richten Sie dazu das Leitfernrohr auf einen hellen Stern, um ausreichend Signal für das Live-Video zu erhalten.
Sie müssen Ihre Nachführkamera nicht perfekt fokussieren. Mit einem empfindlichen Sensor sind Belichtungszeiten unter 0,5 Sekunden möglich. In diesem Fall kann ein leicht unscharfes Bild sogar von Vorteil sein. Denn atmosphärische Störungen können Sterne auf dem Sensor verschieben. Dies könnte fälschlicherweise als Nachführfehler interpretiert werden, was zu unnötigen Korrekturen führt. Ein leicht unscharfer Stern ist von atmosphärischen Störungen weniger betroffen als ein perfekt fokussierter.
Falls die Fokussierung nicht möglich ist, gibt es zwei Gründe und Lösungen:
- Der Kamerasensor befindet sich innerhalb der Fokusebene → Sie müssen die Kamera weiter vom Objektiv entfernen. Dies lässt sich oft erreichen, indem man die Kamera nicht vollständig einschiebt. Achten Sie darauf, dass die Nachführkamera mindestens 20 mm weit in den Okularauszug ragt. Alternativ können Sie auch eine 1,25-mm- oder T2-Verlängerungshülse verwenden.
- Der Kamerasensor befindet sich außerhalb der Fokusebene → Sie müssen ihn näher an das Objektiv heranführen. Dazu können Sie den Tubus zerlegen. Er besteht aus einem 70 mm langen und einem oder zwei 50 mm langen Segmenten. Diese Teile sind miteinander verschraubt. Entfernen Sie ein 50 mm langes Segment, dann sollte alles passen. Manchmal befindet sich der Kamerasensor danach innerhalb der Fokusebene. In diesem Fall gehen Sie wie oben beschrieben vor.
Wenn Sie das Guidescope mit einem Okular als Sucherfernrohr verwenden möchten, können Sie die Tubus-Segmente ebenfalls nutzen: Mit einem direkt eingesetzten Okular sollten Sie scharfstellen können. Falls nicht - oder wenn Sie einen Zenitspiegel verwenden möchten - entfernen Sie einfach ein oder zwei Segmente.
Taubeschlag vermeiden
Oft kondensiert die Luftfeuchtigkeit über Nacht. Um Taubildung zu vermeiden, empfehlen wir Folgendes:
- Verwenden Sie eine M48-Verlängerung, um den Tubus zu verlängern. Dadurch wird die Feuchtigkeit vom Objektiv ferngehalten und die Wärmestrahlung des Objektivs reflektiert. Benutzen Sie eine mindestens 30 mm lange Verlängerung. Dies verhindert Taubildung für eine Weile, aber wahrscheinlich nicht die ganze Nacht.
- Um Taubildung sicher zu verhindern, befestigen Sie ein Heizband am Objektiv. Ein kurzes Band von 11 oder 15 cm Länge und wenige Watt elektrische Leistung genügen.
Sicherheitshinweis
Vorsicht bei Sonnenlicht: Blicken Sie mit dem Gerät niemals in die Sonne. Gefahr einer bleibenden Augenschädigung bis hin zur Erblindung.
Copyright/Impressum
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